Das Staatssekretariat für Migration nimmt die Zivilschutzanlage Niederscherli in der Berner Gemeinde Köniz ab Mitte November 2026 zeitweise wieder in Betrieb. Die am 15. Oktober angekündigte Öffnung betrifft 120 Betten, die hauptsächlich für Schutzsuchende aus der Ukraine vorgesehen sind.

Das SEM begründet die zusätzliche Kapazität mit einem leichten saisonalen Anstieg neuer Asylgesuche. Die Zahl bleibe dennoch deutlich unter dem Vorjahresniveau. Für das Gesamtjahr erwartet die Behörde weiterhin rund 22’000 Asylgesuche sowie rund 10’000 Gesuche um Schutzstatus S. Es handelt sich um zwei unterschiedliche Gesuchskategorien, nicht um bereits erreichte Jahreszahlen.

Bei Bedarf sollen bestehende Bundesasylzentren zusätzliche Plätze bereitstellen. Die Wiederöffnung und mögliche Verdichtungen werden mit den Standortgemeinden abgestimmt. Weitere zusätzliche Unterkünfte plant das SEM gegenwärtig nicht.

Bereits im Mai hatte die Behörde angekündigt, ab Juni sechs Zentren vorübergehend stillzulegen. Niederscherli soll erneut schliessen, sobald die Gesuchszahlen sinken. Die aktuelle Anpassung der Unterbringung verändert die Jahresprognose nicht.