Der Kreuzlinger Gewerkschaftsbund hat an seiner Sitzung vom 8. Oktober 2026 die schwierige Lage der Beschäftigten in der Zeitungs- und Magazinbranche beraten. Anlass waren die bevorstehende Einstellung des SonntagsBlicks als Sonntagszeitung und die Folgen für die Zustellung. Der Gewerkschaftsbund erklärt sich mit den betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern solidarisch und äussert seine Besorgnis über die Entwicklung der gesamten Branche.
Nach Angaben aus der Sitzung wurden insbesondere der Verlust von Arbeitsplätzen sowie Kündigungen und zahlreiche Änderungskündigungen thematisiert. Im Zentrum steht die Unsicherheit für Menschen, deren Einkommen von der Herstellung und Verteilung gedruckter Medien abhängt.
Wie gross die Auswirkungen auf die Zustellung sein können, zeigen die im September veröffentlichten Angaben von Presto: Die Post-Tochter rechnete damals mit bis zu 70 Kündigungen und Vertragsanpassungen für weitere 491 Beschäftigte. Die Zahlen beziehen sich auf angekündigte Massnahmen, nicht auf eine abschliessend bestätigte Zahl bereits ausgesprochener Kündigungen.
Die Gewerkschaft syndicom fordert Ringier und die Post auf, Entlassungen zu verhindern. Ringier müsse Verantwortung für die Zustellenden übernehmen und einen allfälligen Sozialplan mitfinanzieren. Für unvermeidbare Kündigungen verlangt syndicom einen guten Sozialplan und einen Härtefallfonds.
Auch in seiner Stellungnahme vom 30. September sprach der Personalverband transfair noch von einem möglichen Abbau von bis zu 69 Stellen. Er verlangte Weiterbeschäftigungsmöglichkeiten innerhalb der Post und Lösungen für die Betroffenen. Eine abschliessende Bilanz liegt den hier ausgewerteten Quellen nicht zugrunde.
Bei der Umstellung ist zu unterscheiden: Ringier beendet die Sonntagsausgabe, führt sein Wochenendangebot aber weiter. Der letzte SonntagsBlick soll am 27. Dezember 2026 erscheinen. Ab dem 9. Januar 2027 folgt samstags der «Blick fürs Wochenende». Für die Redaktion erklärte Ringier gegenüber Keystone-SDA, dass kein Stellenabbau geplant sei und sie in ihrer bisherigen Stärke bestehen bleibe. Die Probleme in der Zustellung werden dadurch jedoch nicht aufgehoben.
Die Sorge des Kreuzlinger Gewerkschaftsbunds reicht über diesen einzelnen Titel hinaus. Sie gilt ebenso den Redaktorinnen und Redaktoren, Druckerinnen und Druckern sowie allen weiteren Beschäftigten, die an gedruckten Zeitungen und Magazinen arbeiten. Veränderungen bei einem Medium betreffen eine ganze Kette von Tätigkeiten – von der redaktionellen Arbeit über die Produktion bis zur Verteilung.
Gerade in der Zustellung kann auch der Wegfall eines kleinen Pensums schwer wiegen. Für die Betroffenen stehen ein Teil ihres Einkommens und die Planbarkeit ihres Alltags auf dem Spiel. Auch eine Weiterbeschäftigung mit verändertem Pensum kann erhebliche Unsicherheit bedeuten.
Mit seiner Solidaritätserklärung rückt der Kreuzlinger Gewerkschaftsbund diese Menschen in den Mittelpunkt. Seine Botschaft richtet sich an sämtliche Betroffenen: Die Sorgen um Arbeitsplätze und Arbeitsbedingungen in der Branche werden in Kreuzlingen wahrgenommen.
Redaktionelle Grundlage: Angaben zur Sitzung und zur Haltung des Kreuzlinger Gewerkschaftsbunds aus einer der Redaktion übermittelten Zusammenfassung; ergänzend die unten verlinkten Veröffentlichungen.
