Beim Heizen der Schweizer Wohngebäude ist nach Angaben des eidgenössischen Gebäude- und Wohnungsregisters eine Marke unterschritten: Die aktuelle Übersicht zum leistungsstärksten Heizsystem zeigt seit dem 6. Oktober 2026 erstmals, dass weniger als die Hälfte der Wohngebäude mit Heizöl oder Gas beheizt wird. Das Register veröffentlicht laufend aktualisierte Angaben; es handelt sich nicht um eine Zählung des Energieverbrauchs.
Zum Vergleich: In der Gebäude- und Wohnungsstatistik für Ende 2025 nannte das Bundesamt für Statistik noch 33 Prozent Gebäude mit Ölheizung und 17 Prozent mit Gasheizung – zusammen die Hälfte. Jedes vierte Wohngebäude verfügte über eine Wärmepumpe. In drei Vierteln der während der letzten zehn Jahre erstellten Wohngebäude war eine solche installiert. Die Jahresstatistik und die neue Registerübersicht haben unterschiedliche Bezugszeitpunkte; aus dem Schwellenwert allein lässt sich deshalb keine genaue Zahl neu ersetzter Heizungen ableiten.
Auch die Zähleinheit macht einen Unterschied. Das BFS ermittelte für 2025, dass 58 Prozent der Haushalte mit fossilen Energieträgern heizten, obwohl der Anteil bei den Gebäuden rund 50 Prozent betrug. Ein Mehrfamilienhaus zählt in der Gebäudestatistik einmal, kann aber viele Haushalte umfassen. Wer wissen will, wie viele Menschen oder wie viel Wohnfläche von Öl und Gas abhängig sind, darf den Gebäudeanteil daher nicht mit einem Haushaltsanteil gleichsetzen.
Der Rückgang fossiler Heizsysteme zeigt eine Verschiebung im Gebäudebestand. Über Kosten, Emissionen oder die Geschwindigkeit künftiger Umstellungen sagt die neue Schwelle für sich genommen wenig aus. Dafür braucht es zusätzliche Daten zu Verbrauch, Gebäudetypen und zum Austausch alter Anlagen.
