Der Bund bereitet eine nationale Strategie für die Kinder- und Jugendpolitik vor. Das Bundesamt für Sozialversicherungen hat dafür am 8. Oktober eine Bestandesaufnahme und Situationsanalyse ausgeschrieben. Angebote können bis zum 9. November 2026 eingereicht werden; der Projektstart ist für den 26. November vorgesehen.
Auslöser sind fünf Postulate, die der Nationalrat am 12. März 2026 überwiesen hat. Die künftige Strategie soll sich auf Schutz, Förderung und Mitwirkung stützen und gemeinsam mit Kantonen, Gemeinden sowie zivilgesellschaftlichen Organisationen erarbeitet werden. Das BSV plant einen Zeithorizont von zehn Jahren und eine enge Zusammenarbeit mit der Konferenz der kantonalen Sozialdirektorinnen und Sozialdirektoren.
Die ausgeschriebene Untersuchung soll vorhandene Daten und Studien zusammenführen. Zu den Themen gehören digitale Lebenswelten, psychische und körperliche Gesundheit, Armut, Bildung, Wohnen, Gewalt, Inklusion und politische Teilhabe. Auch die Sicht von Kindern und Jugendlichen soll ausdrücklich einbezogen werden. Vorgesehen sind unter anderem sechs bis acht Faktenblätter, eine Karte der Zuständigkeiten und ein Schlussbericht.
Das Mandat ist erst die erste von zwei Etappen; die politischen Ziele und Massnahmen werden danach in einem separaten Prozess entwickelt. Der Schlussbericht soll bis zum 20. August 2027 vorliegen. Das Kostendach beträgt 110’000 Franken ohne Mehrwertsteuer. Eine fertige nationale Strategie liegt mit der Ausschreibung somit noch nicht vor.
