Wer in der Schweiz eine Wohnung sucht, trifft auf einen engeren Markt. Zum Internationalen Tag der Mieterinnen und Mieter am 5. Oktober rückt der Mieterinnen- und Mieterverband die Belastung der Haushalte in den Vordergrund. Die jüngste amtliche Leerwohnungszählung zeigt, wie wenig Auswahl vielerorts bleibt.
Am Stichtag 1. Juni 2026 standen in der Schweiz 45’493 Wohnungen leer. Das entspricht 0,93 Prozent des gesamten Wohnungsbestands, meldet das Bundesamt für Statistik. Gegenüber dem Vorjahr waren es 2’962 Wohnungen weniger. Die Quote sank zum sechsten Mal in Folge. Besonders für Suchende zählt das Mietangebot: 34’690 unbewohnte Wohnungen wurden zur Miete angeboten, 2’504 oder 6,7 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.
Der Landesdurchschnitt verdeckt grosse Unterschiede. Im Kanton Zug lag die Leerwohnungsquote bei 0,20 Prozent, in Genf bei 0,31 Prozent, im Jura dagegen bei 3,35 Prozent. In der Grossregion Zürich stieg sie zwar leicht auf 0,52 Prozent, blieb damit aber deutlich unter dem nationalen Wert. Eine Leerstandszahl beschreibt zudem einen Stichtag; sie sagt nichts über Preis, Zustand oder Grösse der angebotenen Wohnungen.
Der Mieterinnen- und Mieterverband verweist auf eine Sotomo-Befragung im Auftrag des Bundesamts für Wohnungswesen: 79 Prozent der befragten Mietenden beurteilen die Lage am eigenen Wohnort als besorgniserregend. Der Verband fordert regelmässige, automatische Prüfungen der Mietzinse und mehr gemeinnützige Wohnungen. Das sind politische Forderungen des Verbands; die amtliche Leerwohnungszählung allein belegt weder ihre Wirkung noch die Ursachen steigender Mieten.
Für Wohnungssuchende ist vor allem der Blick auf die eigene Region entscheidend. Wie zusätzlicher bezahlbarer Wohnraum entsteht und welche Regeln Mieten wirksam begrenzen, bleibt Gegenstand der politischen Debatte.
