Wo vorher ein Auto stehen konnte, steht jetzt eine Informationstafel. Der Parkplatz ist weiterhin gepflastert, seine Fläche weiterhin vorhanden. Nutzen lässt er sich zum Parkieren trotzdem nicht mehr: Zwei Metallpfosten und ein Schild verhindern es. Eine kleine Szene aus Konstanz, die Anlass zu erheblichem Ärger gibt.
Die Tafel gehört zur Station «Eck Friedrich/Königsbau» des Fahrradmietsystems «konrad». Dort können Fahrräder und Lastenräder zurückgegeben werden. Das Angebot selbst hat einen nachvollziehbaren Zweck. Die konkrete Platzierung seines Informationsschildes muss man deshalb noch lange nicht sinnvoll finden.
Nach der Schilderung zu dieser Aufnahme wurde das Schild auf einem zuvor nutzbaren Parkplatz aufgestellt. In der unmittelbaren Umgebung hätten andere Flächen zur Verfügung gestanden, auf denen die Tafel keinen Autostellplatz blockiert hätte. Genau darin liegt der Kern der Kritik: Weshalb wird eine bestehende Parkmöglichkeit aufgegeben, wenn sich die Information auch anderswo unterbringen liesse?
Wer in Konstanz ohnehin Schwierigkeiten hat, einen Parkplatz zu finden, empfindet einen solchen Eingriff verständlicherweise als Zumutung. Für Betroffene bedeutet ein Stellplatz weniger weitere Suchrunden, zusätzliche Wege und verlorene Zeit. Ein einzelner Parkplatz mag auf einem Plan unbedeutend erscheinen. Für den Menschen, der ihn gerade benötigt, ist er es nicht.
Der Verlust des Stellplatzes ist zudem eine vorhersehbare Folge dieser Standortwahl. Wer eine fest montierte Tafel auf eine Parkfläche setzt, muss wissen, dass dort anschliessend kein Auto mehr stehen kann. Dass die Verdrängung von Autofahrern der eigentliche Zweck gewesen sei, ist damit zwar nicht bewiesen. Der Eindruck einer bewusst in Kauf genommenen Verschlechterung liegt jedoch nahe – besonders dann, wenn tatsächlich geeignete Alternativstandorte vorhanden waren.
Die Verantwortlichen sollten deshalb konkret erklären, weshalb genau dieser Platz gewählt wurde. Welche anderen Standorte wurden geprüft? Warum schieden sie aus? Und liesse sich die Tafel versetzen, sodass der bisherige Parkplatz wieder nutzbar würde?
Der Hinweis auf die Förderung des Radverkehrs beantwortet diese Fragen nicht. Auch ein Fahrradverleih lässt sich mit Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmer gestalten. Eine unnötig platzraubende Beschilderung gewinnt durch ein verkehrspolitisch erwünschtes Ziel keine zusätzliche Berechtigung.
Wenn sich ein Schild ohne sachlichen Nachteil anderswo aufstellen lässt, ist die Blockierung eines bisherigen Parkplatzes eine vermeidbare Verschwendung. Das dürfen Autofahrer als Unverschämtheit empfinden.
Konstanz sollte an solchen Stellen praktische Vernunft zeigen: Standort überprüfen, eine geeignete Alternative nutzen und den Parkplatz wieder freigeben.
